des Lehrstuhls für Hochspannungs- und Anlagentechnik
Betriebsmittel bei Gleichspannungsbelastung
Entwicklung eines Hochspannungs-Bordnetzes für Hybridfahrzeuge
Nichtlineare Mikrovaristormaterialien zur Feldsteuerung
Nanofüllstoffe für die Hochspannungstechnik
Werkstoffeigenschaften von Isolierstoffen
des Fachgebiets Elektrische Energieversorgungsnetze
Gasisolierte Rohrleitungen (GIL)
Integration der Elektromobilität in das Energieversorgungsnetz
Auswirkungen von dezentraler regenerativer Energieerzeugung auf die Verteilnetze
Anschluss von Offshore-Windparks an das Höchstspannungsnetz
Betriebsmittel bei Gleichspannungsbelastung
![]() Quelle: SIEMENS AG |
Für die Übertragung elektrischer Energie über weite Strecken
bietet die Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) gegenüber der konventionellen Drehstromübertragung (HDÜ)
zahlreiche Vorteile. Vor allem in Ländern wie China oder Indien besteht ein immenser Bedarf an HGÜ Systemen,
um die Anbindung dezentraler Kraftwerke an über einige Tausend Kilometer entfernte Ballungszentren zu
realisieren. Die für diesen Zweck benötigten hohen Betriebsgleichspannungen von bis zu 800 kV führen zu schwer
beherrschbaren Beanspruchungen von elektrischen Betriebsmitteln wie z.B. Hochspannungsschaltgeräten (siehe
Bild links: Leistungsschalter im Prüffeld, Quelle: Siemens AG). Um einen sicheren und über die gesamte Lebensdauer
zuverlässigen Betrieb zu erreichen, müssen kritische Beanspruchungen, die aufgrund von unerwünschten
physikalischen Effekten auftreten können, beherrscht oder durch konstruktive Maßnahmen vermieden werden. |
Entwicklung eines Hochspannungs-Bordnetzes für Hybridfahrzeuge
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Für Anwendungen in Hybridfahrzeugen muss ein vom konventionellen Niederspannungsbordnetz unabhängiges Hochvolt-Bordnetz entwickelt werden. Aufgrund der hohen Spannungsbeanspruchung und problematischen Umgebungsbedingungen im KFZ müssen neuartige Isolierwerkstoffe untersucht werden. Auch die Ansprüche an die mechanischen und thermischen Eigenschaften der Leitungen steigen ständig. Im Rahmen des Kooperationsprojektes LEIKO© arbeiten mehrere Lehrstühle der TU München mit der Automobilindustrie zusammen, um ein Hochvolt-Bordnetz für künftige Generationen von Hybridfahrzeugen zu entwickeln. Dabei stehen sowohl konventionelle, leitungsgebundene Ausführungen im Fokus der Betrachtungen, als auch alternative, funktionsintegrierte Bordnetzarchitekturen. |
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Es werden folgende Forschungsgebiete bearbeitet: |
Nichtlineare Mikrovaristormaterialien zur Feldsteuerung
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Zinkoxidkeramiken mit stark nichtlinearem elektrischem
Widerstand (sog. Varistoren) werden als Überspannungsableiter zum Schutz von Bauteilen in allen
Spannungsebenen eingesetzt. Dieses Material kann auch als sog. Mikrovaristorpulver gefertigt werden
(siehe Bild links). In Kunststoffe eingemischt erhält man gut formbare Werkstoffe mit ähnlichen Eigenschaften.
Ab einer bestimmten Feldstärke wird das Material leitfähig und die maximale Feldstärke auf diesen Wert
begrenzt. Diese Eigenschaften erlauben den Bau sehr einfacher und kompakter Feldsteuerelemente. Als
Kabelendverschluss z. B. in Form eines Schrumpfschlauches können diese sehr einfach montiert werden oder es
können hochspannungstechnische Betriebsmittel realisiert, die ihr Feld selbst steuern. |
Nanofüllstoffe für die Hochspannungstechnik
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Kunststoffe finden in der Hochspannungstechnik in vielen Bereichen
Anwendung, z.B. als Material für Freiluftisolatoren, Kabel, etc. Sie werden oft zu erheblichen
Teilen mit Füllstoffen versehen, um bestimmte Eigenschaften zu erzielen bzw. zu verbessern. Zum Beispiel müssen
Materialien für Freiluftisolatoren bestimmte Anforderungen an die Kriechstrombeständigkeit, mechanische Festigkeit
und Witterungsbeständigkeit erfüllen. |
Werkstoffeigenschaften von Isolierstoffen
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In diesem Forschungsgebiet werden die Werkstoffeigenschaften von Isolierstoffen der Elektrotechnik, speziell von
Silikonelastomeren untersucht. Diese Silikonelastomere finden aufgrund ihrer überlegenen Eigenschaften gegenüber
Glas und Porzellanisolatoren zunehmend Anwendung in der Freiluftisoliertechnik. Sie werden als Isolierstoff bei
Kabelgarnituren, Überspannungsableitern und Isolatoren eingesetzt. Besonders bei Verbundisolatoren, zum Beispiel
aus einem glasfaserverstärkten Kunststoffkern mit Silikonelastomerumhüllung, führt die Kombination von
Gewichtsersparnis, hervorragenden mechanischen Eigenschaften und im Allgemeinen hervorragenden elektrischen
Eigenschaften zu deutlichen Vorteilen gegenüber Isolatoren aus Glas und Porzellan. Die wasserabweisende Wirkung
(Hydrophobie) von Silikonelastomeren, ermöglicht ein hervorragendes Fremdschichtverhalten solcher Isolatoren. Es
werden Verfahren untersucht, mit denen die Eigenschaften dieser Isolierstoffe bewertet werden können. Einer der
Schwerpunkte hierzu ist die Messung von Tropfenrandwinkeln. Mit Hilfe der Tropfenrandwinkel können Aussagen über
den Grad, die Beständigkeit gegen diverse Belastungen (Nässe, Verschmutzung, Teilentladungen etc.), die
Wiederkehr nach Verlust und die Transferfähigkeit der Hydrophobie durch künstlich aufgebrachte Fremdschichten
gemacht werden. |
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Ansprechpartner für weitere Informationen: Dipl.-Ing. A. Hergert . |
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Gasisolierte Hochspannungsleitungen (GIL) sind neben Kabeln und Freileitungen ein wichtiges System zur Energieübertragung. Vor allem wegen ihrer kompakten Bauweise, großen Leistungsdichte und elektromagnetischen Verträglichkeit werden sie in Ballungsräumen und Orten mit speziellen Anforderungen häufig eingesetzt. Ziel dieser Studie ist es, Möglichkeiten zur Verbesserung des dielektrischen Verhaltens von Systemen mit SF6-Isolation zu untersuchen. Eine höhere elektrische Festigkeit der Gasstrecke soll erreicht werden. Die bestehenden Anlagen sollen dadurch mit einer höheren Leistung betrieben werden können. Neue Anlagen können kompakter konzipiert werden, um Kosten bei Installation, Wartung und Platzbedarf zu reduzieren. Die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Übertragungssystemen wie Kabeln und Freileitungen wird somit verbessert. Im Betrieb von GIL stellen produktionsbedingte Oberflächenrauheiten von Gussoberflächen ein Problem bezügliche der Betriebssicherheit dar. An den rauen Oberflächen kommt es zu einer Überhöhung des elektrischen Feldes und einer Begünstigung des Durchschlags. Kostenbedingt können nicht überall polierte Oberflächen eingesetzt werden. Mit einer dünnen dielektrischen Schicht (ca. 100 µm) soll den Mikrofeldern entgegengewirkt werden. |
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Nähere Einzelheiten siehe Publikationen von Dipl.-Ing Ch. Lederle. |
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Das Stabilitätsverhalten einer spannungsabhängigen Blindleistungsregelung Q(U) soll anhand der Verhältnisse
in realen Niederspan-nungs-Netzen in einem Modellversuch am Fachgebiet Elektrische Energieversorgungsnetze der
Technischen Universität München neutral beurteilt werden. Dabei soll geklärt werden, ob mit einem universellen
Parametersatz bei allen in der Realität zu erwartenden Einbausituationen im Netz ein stabiler Betrieb ohne
unzulässige Wechselwirkungen der Wechselrichter untereinander möglich ist. |
Gasisolierte Rohrleitungen (GIL)
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Durch die Energieerzeugung aus Offshore-Windparks und der damit verbundenen verbraucherfernen Erzeugung werden zusätzliche Übertragungskapazitäten und Übertragungstechnologien notwendig um diese hohen Leistungen in die Energiesysteme integrieren zu können. Da Hochspannungsfreileitungen in den notwendigen Genehmigungsverfahren immer schwerer zu realisieren sind, werden erdverlegte Lösungen entwickelt.
Der Technologie der gasisolierten Rohrleitung wird dafür als Alternative zu Hoch- und Höchstspannungskabeln großes Potential eingeräumt. Vorteile der gasisolierten Rohrleitung gegenüber dem Kabel sind neben der niedrigeren Betriebskapazität vor allem die höhere thermische Übertragungsfähigkeit.
Am Fachgebiet Elektrische Energieversorgungsnetze werden die Übertragungseigenschaften von gasisolierten Rohrleitersystemen analysiert, in Netzberechnungsprogrammen implementiert und die Wechselwirkungen mit dem Übertragungsnetz erforscht.
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Integration der Elektromobilität in das Energieversorgungsnetz
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Aufgrund der Ressourcenknappheit von Öl und des Klimawandels wird zurzeit stark an der Elektromobilität als Alternative zu Autos mit Verbrennungsmotoren geforscht.
Die Fahrzeuge werden hierbei an der hauseigenen Steckdose aufgeladen und stellen dadurch das Energieversorgungsnetz vor neue Herausforderungen.
Die für den Fahrbetrieb erforderlichen Energiespeicher können als Netzdienstleister verwendet werden und somit Lastspitzen ausgleichen und für eine bessere Deckung von Energieerzeugung und –verbrauch sorgen. Die Energiespeicher der Elektrofahrzeuge erleichtern außerdem die Integration von nichtplanbaren Energieerzeugungsanlagen wie z.B. Photovoltaikanlagen.
Am Fachgebiet Elektrische Energieversorgungsnetze wird an Konzepten zur Netzintegration von Elektrofahrzeugen und deren Auswirkungen auf die unterschiedlichen Ebenen der Energieversorgungsnetze geforscht.
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Seit Inkrafttreten des "Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien" (EEG) ist eine stetig steigende Anzahl
dezentraler Erzeuger in Deutschland zu verzeichnen. Die Ziele der Bundesregierung sehen bis zum Jahr 2020 einen
Anteil der erneuerbaren Energieträger am Bruttostromverbrauch von 25 % bis 30 % vor. Besonders durch die enorme
Einspeisung von Photovoltaik-Anlagen stoßen Niederspannungs-Verteilnetze zunehmend an Belastungsgrenzen. |
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Auswirkungen von dezentraler regenerativer Energieerzeugung auf die Verteilnetze
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Erneuerbare Energien stehen im Fokus der europäischen und der deutschen Energiepolitik. So soll der Anteil der
regenerativen Energien am Stromverbrauch in Deutschland bis 2010 auf 12,5% verdoppelt werde, bis 2020 ist ein
Anteil größer 20% angestrebt. Hierfür wurden gezielt Fördermaßnahmen eingeführt. Im Süddeutschen Raum hat sich
der Anteil insbesondere von Photovoltaikanlagen stark erhöht, die bevorzugt in die Verteilebene einspeisen und
dort die Planer und Betreiber vor neue Herausforderungen stellen. Untersucht wird die Aufnahmefähigkeit
bestehender Verteilnetze für dezentrale Energieerzeugung, sowie die Optimierungspotentiale verschiedener
technischer Möglichkeiten zur energie- und kosteneffizienten Einspeisung. |
Anschluss von Offshore-Windparks an das Höchstspannungsnetz
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Seit der Verabschiedung des Infrastrukturplanungs-beschleunigungsgesetzes (17.12.2006) sind die deutschen
Energieversorger auch für die Bereitstellung eines Übertragungsnetzes bis zu den Transformatorklemmen der
geplanten Offshore- Windparks (OWP) in der Nord- und Ostsee verantwortlich. Alleine in der Nordsee sind
annähernd 30 Windparks mit unterschiedlichsten Entfernungen zur Küste geplant. In Summe wurden eine
Einspeiseleistung von etwa 12.000 MW bis zu Jahr 2012 bei den Unternehmen E.ON und Vattenfall beantragt. In der
ersten Ausbaustufe werden pro Windpark etwa 80 Windenergieanlagen mit jeweils bis zu 5 MW anzuschließen sein |
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Durch zunehmende unstetige, dezentrale Einspeisung von Strom (Photovoltaik (PV), Wind, Blockheizkraftwerk (BHKW), …)
gelangen elektrische Energieversorgungsnetze immer mehr an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit, insbes. im
Erreichen der maximal zulässigen Spannung. Bisherige Überlegungen sehen entweder eine Begrenzung der dezentralen
Einspeisung oder einen kostenintensiven Netzausbau vor, um diesen Problemen abzuhelfen. Ein weiteres Problem sind
zunehmende Störaussendungen von leistungselektronischen Systemen (Oberschwingungen). |
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Die stetig steigende Zahl von dezentralen Einspeisern stellt die Netzversorgungsunternehmen vor neue Herausforderungen.
War der Leistungsfluss seit der Entstehung der Netze bis vor einigen Jahren stets von Großkraftwerken zu Endkunden gerichtet,
so treten inzwischen auch Zeiten mit Rückspeisung aus dem Nieder- bzw. Mittelspannungsnetz auf. ![]() www.eon-bayern.com/netz-der-zukunft |
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| Thalmeier |
05.08.2010
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